Über mich und meine Kunst
Wenn Sie sich fragen, wer hinter dieser Farbenfreude steckt, lesen Sie gern weiter.
Wie schön, dass Ihr Weg auf meine Seite geführt hat – und damit auch in mein Atelier, in dem meine Bilder entstehen.
Geboren bin ich in Leipzig. Schon als kleines Mädchen zog mich die Welt der Künste magisch an – wohl geweckt durch meine Tante, Balletttänzerin, die mir eine neue Welt eröffnete: auf, vor und hinter der Bühne. Jede freie Minute zog es mich ins Theater. Dort entdeckte ich früh die große Oper, meine Leidenschaft für Tanz und Musik – und die opulente Malerei der Bühnenbilder. Damals begann ich zu malen: um Eindrücke, Ideen und Begegnungen zu verarbeiten.
Kein Wunder also, dass ich meinen Beruf – oder vielmehr meine Berufung – früh in der Kunst sah. Der Traum vom Kunststudium scheiterte zunächst am Reglement des politischen Systems der DDR. Also dachte ich: Dann eben Maskenbildnerin. Hauptsache kreativ – und am Theater. 1989 kam die politische Wende, und auch mein Leben nahm eine neue Richtung.
Vor der Ausbildung zur Maskenbildnerin stand damals eine Friseurlehre. Das lag mir sehr: ein Handwerk, das Spaß machte und meinen Drang nach kreativem Schaffen forderte. Statt Pinsel und Farbe hielt ich nun Kamm und Schere in der Hand.
Ich ging nach München, probierte Neues aus und arbeitete unter anderem in einer Bank und später in einer Werbeagentur. Doch schnell merkte ich: Ein Büroalltag ist nicht meine Natur. Kurzerhand absolvierte ich die Meisterschule für Friseure – mit dem Ziel, es als Showfriseurin in Paris zu schaffen, meiner Traumstadt seit dem ersten Besuch.
Das Leben zog mich statt an die Seine an den Rhein: nach Köln, wo ich bis heute lebe und arbeite. Zehn Jahre führte ich dort meinen eigenen Friseursalon und lernte – nicht zuletzt durch meine treue Kundschaft – die rheinische Mentalität auf ganz persönliche Weise kennen und lieben. Und doch blieb die Malerei immer ein Teil von mir: Pinsel, Farben und Leinwand habe ich nie beiseitegelegt.
Es kam eine weitere Wende. Wenn schon nicht beruflich, dann privat, sagte ich mir – und reiste immer wieder nach Paris. Ich erkundete Arrondissements abseits der Touristenströme, saß bis tief in die Nacht in Restaurants und genoss die französische Küche in all ihrer Vielfalt. Tagelang streifte ich durch Straßen, Museen und Galerien – eine Flut von Inspirationen, die meine Fantasie beflügelte.
Im „Chez Chartier“ entstand schließlich bei Steak frites, Rotwein und guten Gesprächen die Idee: eine eigene Galerie in Köln – nach einem Vorbild aus Paris. Zeitgenössische Kunst sollte für jedermann zugänglich und bezahlbar sein.
Ich verkaufte meinen Friseursalon und stürzte mich begeistert in mein neues Leben als Galeristin. Auf die Idee, auch meine eigenen Bilder zu zeigen, brachte mich eine Freundin. Jahrelang war ich Fan der Impressionisten und arbeitete ausschließlich mit Ölfarben. Vor einigen Jahren wechselte ich zur Acrylcollage – eine Technik, mit der ich unterschiedliche Materialien und Methoden verbinden kann. Mein Sammelsurium an Reiseerinnerungen – Fotos, Einkaufstüten, Servietten, Zeitungen, Etiketten und vieles mehr – findet seitdem seinen Weg auf Leinwand.
Zu meiner Überraschung fanden meine eigenen Arbeiten so großen Anklang, dass ich beschloss, mich ganz auf meine Kunst zu konzentrieren. Ich gab die Galerie auf und eröffnete mein Atelier im Kölner Agnesviertel. Mein Wunsch, für und von meiner Kunst zu leben, hat sich damit doch noch erfüllt – mit Umwegen, die mich bereichert haben. Träume werden eben doch wahr.
Et voilà: Meine Städtecollagen erzählen heute meine eigenen Geschichten und Erlebnisse. Vielleicht erinnern meine bunten, fröhlichen Bilder auch Sie an besondere Orte in Ihrem Leben – Orte, die Sie besucht haben oder noch besuchen möchten. Auch meine Leidenschaft fürs Kochen und gutes Essen, für Pflanzen und Blumen, für Mode, Architektur und Kultur findet sich in meinen Collagen wieder.
Mein Ziel ist es, dass Sie mit meinen Bildern Erinnerungen auf besondere Art festhalten oder Stoff zum Träumen finden – und sich die Freude an schönen Dingen, die Kunst des Genießens und die Liebe zum Leben bewahren.
Herzlichst
Ihre Kathrin Thiede